Alles meta?

Mitchell erklärt in seinem Aufsatz „Vier Grundbegriffe der Bildwissenschaft“ den Begriff „Metabild“ folgendermaßen: Metabilder „erscheinen, wenn ein image innerhalb eines anderen images erscheint“ (*). Die im nächsten Absatz angeführte Allegorie „Platos Höhlengleichnis“ weist darauf hin, dass wir uns von allem ein Bild machen.

Demnach müsste alles was wir sehen, ein Metabild sein. Will man diese Idee ausführen, sind zuerst zwei Grundlagen festzusetzen:

1. Das übermittelnde Medium ist unser Auge

2. Wir können kein picture sehen, weil wir immer nur Zugang zu dem image des pictures haben. (Das picture, das wir sehen, ist eigentlich nur das image des Gegenstandes. Schließlich nehmen wir unsere Umwelt lediglich über Verarbeitung von Information, sprich Interpretation derselben wahr.)

Wir können uns also, da wir keine Möglichkeit haben uns von unserem Kopf zu trennen, immer nur an subjektive Eindrücke – an Metaphern orientieren. Das würde bedeuten: die Realität ist das eigentliche Bild. Was wir wahrnehmen, ist unser subjektives Bild der Wirklichkeit. Ein Bild vom Bild, ein Metabild?

Meine Frage: Verfälscht diese Ansicht die eigentliche Idee, die Mitchell hatte, oder ist sie einfach eine Konsequenz daraus, dass man immer auf eine noch tiefere Ebene gehen kann?

* Klaus Sachs- Hombach, Bildtheorien – Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn, S. 325.

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