Vorhang zu! – Fazit GTA V

Ich muss zugeben, dass ich im Verlauf meiner Medienanalyse eine explizite Fragestellung aus den Augen verloren habe. Viel eher habe ich in den letzten Wochen Aspekte des Videospiels GTA V durchleuchtet, die mir interessant und erwähnenswert erschienen. Im Folgenden möchte ich versuchen, die wichtigsten Punkte zusammen zu fassen und ein Fazit zu ziehen.

Zu Beginn meiner Analyse bin ich auf die Haupthandlung und das Missionsdesign des Spiels eingegangen. GTA V ist ein stark narratives Spiel; ludische Elemente wechseln sich stets mit narrativen Elementen in Form von Zwischensequenzen ab. Nicht die ludischen Segmente, sondern die Zwischensequenzen treiben die Geschichte voran. Das Spiel erzählt folglich durch seine cinematischen Sequenzen und nicht etwa durch die Spielmechanik. Befindet sich die Spieler außerhalb einer Mission hat er die Möglichkeit, die gigantische Spielwelt zu erkunden. Diese Art von Spiel nennt sich „Open-World-Spiel“ (oder engl. „freeroaming“) – im Hinblick auf das Narrativ ist das Spiel doch alles andere als frei oder offen. Da die Geschichte stark textuell vorgegeben ist, muss der Spieler in seiner Freiheit zwangsläufig eingeschränkt werden. Die Freiheit besteht (zumindest teilweise) darin, dass der Spieler sich die Reihenfolge der Missionen aussuchen kann, indem er entsprechende Checkpoints auf der Spielwelt aussucht.

Eine andere Art der Freiheit in dem Spiel besteht darin, dass es wenige Missionen gibt, bei denen der Spieler entscheiden kann, ob er Weg a) oder Weg b) geht. Auch hier kann man lediglich von einer Gabelung in der Geschichte sprechen. Beide unterschiedlichen Wege finden nach der Mission wieder zusammen. Ob Weg a) oder b) gegangen wird ist für den weiteren Verlauf der Geschichte irrelevant. Auch hier ist der Spieler in seiner vermeintlichen Freiheit eingeschränkt.

Abgesehen davon habe ich einige Neuerungen beschrieben, die GTA V im Vergleich zu seinen Vorgängern zu bieten hat. Am charakteristischsten ist wohl die Möglichkeit, drei verschiedene Charaktere spielen zu können. Jeder dieser Charaktere hat seine persönliche Spezialfähigkeit. Beim Aktivieren dieser Spezialfähigkeit (die zeitlich begrenzt ist) gibt es eine Veränderung in der Zeitlichkeit. Das Spiel läuft bei zwei von drei Fällen in Zeitlupe ab und verschafft dem Spieler dadurch einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern. Die Möglichkeit, drei Avatare spielen zu können hat meines Erachtens hauptsächlich narrative Gründe. Bis auf die Spezialfähigkeiten hat es spielerisch kaum Auswirkungen, welchen der drei Charaktere man steuert. Es gibt nur wenige Missionen, bei denen die Wahl des Charakters dem Spieler unterschiedliche Blickwinkel gewährt. Oftmals schreibt das Spiel dem Spieler sogar vor, mit welchem Avatar die Mission bestritten werden soll.

Für die neusten Konsolengenerationen hat GTA V von den Entwicklern zudem noch zwei kleine Features spendiert: Zum einen neue Controllerfunktionen, des weiteren die Möglichkeit, die Perspektive von Thirst-Person-View auf First-Person-View umzuschalten. Beide Neuerungen basieren auf den neuen technischen Möglichkeiten, die die neue Konsolengeneration zu bieten haben. Auf die Narration selbst wirken sie sich allerdings nicht aus. Sie bieten lediglich die Möglichkeit, das Spiel auf andere Art und Weise oder gar in einem intensiveren Maße zu erleben.

 

 

 

 

 

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