Geschichte in einer Geschichte – ja und?

Meinen Analysegegenstand hatte ich ursprünglich hauptsächlich deswegen ausgewählt, weil ich ihn interessant fand und die Bilder bzw. das Visuelle eine besondere Rolle spielten. Das schien den Filmausschnitt für eine Medienanalyse im Rahmen dieses Seminars zu qualifizieren.

Eine konkrete Fragestellung zu finden, anhand derer sich auch die besprochenen Themen und Texte einbinden lassen, gestaltete sich als schwieriger. Letztendlich wollte ich der folgenden ziemlich allgemeinen Frage nachgehen: Mit welchen erzählerischen und stilistischen Mitteln wird die Geschichte in der Geschichte im Film eingefügt?

Zugegeben, das war ziemlich weit gefasst und ließ eine Menge Spielraum, was ich aber auch schon im entsprechenden Blogpost konstatiert hatte. Mein Plan war es, diese Fragestellung sowie wenn nötig auch den Analysecorpus im Laufe der Zeit zu modifizieren.

Wenn ich nun meine Blogbeiträge anschaue, frage ich mich: Was hast du denn nun eigentlich gemacht? Und was hast du überhaupt herausgefunden?

Dabei stelle ich fest, dass ich mich doch eher auf den Vergleich zwischen der literarischen Vorlage und der Umsetzung der Szene im Film beschäftigt habe. Dafür sehe ich folgenden Grund: Die übergeordnete Frage dieses Seminars war „Erzählen Bilder?“. Und die bildliche Umsetzung ist es, die das Märchen in Buch und Film unterscheidet, da Inhalt und Aussage doch ziemlich übereinstimmen. Die Frage nach dem Mehrwert dieser Bilder hat sich fortlaufend ergeben und ich stelle fest, dass ich sie –abgesehen von einer persönlichen Einschätzung- nicht wirklich beantworten konnte.

Zu Beginn meiner Analyse habe ich mithilfe von Chatmans Erzähltheorie festgehalten, dass es sich bei der Sequenz um eine Erzählung handelt. Neben dem System von doppelter Zeitlichkeit (story und discourse) existiert außerdem eine weitere doppelte Zeitlichkeit, da es sich um einen Binnenerzählung handelt. Dieser Aspekt trifft sowohl für das Buch, als auch auf den Film zu. Der Unterschied sind auch hier wieder die Bilder. Ich habe mich gefragt, ob diese als eigener discourse funktionieren würden und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass dies nur eingeschränkt funktionieren würde. Um die story im Film wirklich zu verstehen braucht es das Gesamtpaket von Bildern und Ton.

Danach habe ich mich auf die verschiedenen Ebenen, die mein Analysegegenstand aufweist, konzentriert. Durch die Binnenerzählung haben wir es mit einer metadiegetischen Ebene zu tun, woraus sich ergibt, dass sich für alle beteiligten Figuren und Ebenen verschiedene Begriffe finden lassen. Auch mein Versuch, die Filmnarratologie von Kuhn anzuwenden, hat sich als kompliziert (jedenfalls für mich) herausgestellt. Zumindest habe ich es halbwegs durch den Begriffsdschungel geschafft und die Filmsequenz auf Instanzen und Fokalisierungen untersucht. Abgesehen davon, dass ich Kuhns Unterscheidung von visueller und sprachlicher Erzählinstanz ebenfalls eingeführt habe, habe ich hierbei die literarische Vorlage eher außer Acht gelassen. Wenn ich mich nun für die Seminararbeit nochmal intensiver mit dieser Theorie auseinandersetze, möchte ich an dieser Stelle nochmal einhaken.

Denn letztendlich kommt meine ganze Analyse doch wieder eher auf die Frage zurück, inwiefern sich die Geschichte ändert, wenn sie von dem Buch in den Film übertragen wird. Wie oben bereits erwähnt hängt dies weniger mit dem Inhalt zusammen. Dementsprechend war die Frage nach erzählerischen oder stilistischen Mitteln gar nicht so dumm. Es ergibt sich eher daraus, dass ich noch sehr viele weitere Aspekte beleuchten könnte.

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