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Der Traum als Metabild?

„In einem gewissen Sinn kann auch jedes Bild zum Metabild werden, nämlich dann, wenn es als Mittel benutzt wird, um über das Wesen von Bildern zu reflektieren“ (Mitchell 2009: 325).
Jeder von uns hatte bestimmt diesen einen Traum, in dem wir selbst den eigentlichen Traum von außen beobachten oder haben schon einmal geträumt, dass wir von/aus einem anderen Traum aufgewacht sind. Dann wachen wir tatsächlich auf und stellen fest, dass das alles nur ein Traum war.
Im Traum sind wir das Subjekt selbst, das die Bilder, die wir täglich aufnehmen, (wobei einiges davon ins Unterbewusstsein wandert), beim Träumen verarbeitet. Während sich die Verarbeitung von Bildern in den unterschiedlichsten Bildabfolgen visualisiert, da beim Träumen alles möglich ist und wir nicht an physikalische Größen wie die Schwerkraft gebunden sind, fungiert der Traum nicht als Metabild unseres Alltages?
Oder anders gefragt: Wird somit der Traum im Traum oder der Traum an sich nicht zu einem Metabild, wenn wir „über das Wesen von Bildern reflektieren“ (ebd.), wenn auch einiges davon unbewusst passiert?

Literatur
Mitchell, W. J. T. (2009): Vier Grundbegriffe der Bildwissenschaft, in: Sachs-Hombach, Klaus (Hrsg.), Bildtheorien. Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn, Frankfurt am Main, S. 319-327.