Projekte

L. Bäck: Kriegsfotografie

Bei all den Schreckensbildern, die täglich auf den Titelseiten großer Zeitungen erscheinen, im Internet kursieren und in den Nachrichten ausgestrahlt werden, stellt sich mir die Frage, ob oder warum wir diesen Bildern überhaupt Glauben schenken können oder sollten. Sind sie authentisch? Zeigen sie die Realität? Wie entstehen sie? In meiner Analyse steht kein einzelnes Werk im Mittelpunkt, sondern die Fotografie im Krieg mit all ihren Besonderheiten. Hierbei gehe ich sowohl auf die Wesensmerkmale der Fotografie ein als auch auf Besonderheiten wie Inszenierung und Manipulation. DerWirklichkeitskonstruktion durch den Betrachter wird ebenso Platz eingeräumt wie dem Verhalten der Objekte vor der Kamera. Wichtig erscheint mir auch, zu klären, ob und wie diese Bilder erzählen können.


R.Seitz: Flüchtlinge als Zaungäste beim Golfspiel – ein Pressefoto mit Symbolkraft

Gegenstand meiner Analyse ist das Foto von José Palazón, das Ende Oktober 2014 um die Welt ging: Flüchtlinge als Zaungäste beim Golfspiel. Das Bild des spanischen Fotografen und Menschenrechtsaktivisten zeigt in der an Marokko angrenzenden spanischen Exklave Melilla Europäerinnen beim Golfspielen, während im Hintergrund afrikanische Flüchtlinge versuchen, den meterhohen Grenzzaun zu überwinden. In meiner Analyse untersuche ich zum einen dieses Foto als Bild an sich, zum anderen die Berichterstattung über dieses Foto – auch anhand eines satirischen Beispiels aus einer TV-Kabarettsendung. Einen besonderen Schwerpunkt lege ich auf Ethik im Bildjournalismus. Ich möchte versuchen, eine Antwort zu finden auf diese Frage: Was erzählt dieses Bild?


Alike Schwarz: „Black Hole“ von Charles Burns

Der Schauplatz des Comics „Black Hole“ von Charles Burns sind die Siebziger im vorörtlichen Seattle. 4 Protagonisten, namentlich Chris, Rob, Keith und Eliza erleben, wie eine rästelhafte Seuche sich unter den Jugendlichen breit macht. Die Symptome sind teilweise subtile, teilweise groteske körperliche Deformationen. Diese führen zu einer zunehmenden Entsozialisierung und Ausgrenzung der Infizierten. Lediglich behelfsmäßige Lager im Wald bleiben den Betroffenen als Rückzugsort. Eine Aussicht auf Besserung oder gar Heilung scheint nicht zu existieren. Stattdessen wird der Leser Zeuge, wie die Jugendlichen mit moralischem Verfall, den Reaktionen der „Gesunden“ und mit der orientierungslosen Einsamkeit fertig zu werden versuchen.

Der zugrunde liegende Band des Pantheon-Verlages fasst die zwischen 1995 und 2005 erschienenen 12 Teile der Comicserie „Black Holes“ zu einem zusammen. Charles Burns veröffentlichte konstant über die Jahre hinweg die einzelnen Kapitel der Geschichte. Allerdings wurden bei der zusammengefassten Ausgabe einzelne Seiten nicht mitaufgenommen, was teilweise zu harter Kritik führte. Die Einzelbände sind jedoch nur noch in geringer Auflage erhältlich, weswegen sich die Medienanalysen immer auf die oben genannte, englische Ausgabe beziehen werden.


A. Albani: Animation-Interpretation

Meine große Frage, die ich in der Medienanalyse klären möchte, lautet: Wie ist die Beziehung der bildnerischen und sprachlichen Elemente zueinander in dem TED-Ed „How Small is an Atom“? Trägt die Kombination zu einem besseren Verständnis bei, oder wird der Rezipient ungewollt von einer eigenen Interpretation weggeführt?


Kim Ruoff: Avatar: Der Herr der Elemente „Die Suche“

Meine Medienanalyse dreht sich um den Comic „Die Suche“. In „Die Suche“ wird der Cliffhanger der Fernsehserie „Avatar- Der Herr der Elemente“ aufgelöst. Ich selbst habe jede Folge der Serie gesehen und bin zu einem kleinen Avatar geek geworden. Für die Analyse möchte ich nun in die Avatar-Comicwelt eintauchen. Meine These lautet: Den Comic „Die Suche“ kann man nur richtig verstehen wenn man die Fernsehserie kennt.


V. Martin: Her Morning Elegance:

“Her Morning Elegance” ist ein Musikvideo von Oren Lavie aus dem Jahr 2009. In 2096 statischen Bildern erzählt uns dieser Film den Tagtraum der Protagonistin. Alltagsgegenstände werden zweckentfremdet und wir werden an unterschiedliche Orte geführt, ohne dass wir den eigentlichen Schauplatz – ihre Matratze – verlassen. In der Medienanalyse wird untersucht, inwiefern die Bilder und der Liedtext zusammenhängen und ob die diachron aneinander gereihten Bilder auch eigenständig erzählen können.


J. Bernauer: Erzählerische Unzuverlässigkeit in „Stay“

Gegenstand meiner Untersuchung soll in den nächsten Wochen der Film “Stay” sein. In meiner Analyse möchte ich die Strukturen des Films unter dem Gesichtspunkt der erzählerischen Unzuverlässigkeit behandeln. Dazu wird es nötig sein sich mit Erzählperspektive, Figuren sowie Zeitstruktur des Films auseinander zu setzen. Mein Schwerpunkt soll auf den Lücken der Erzählung liegen und darauf wie/ob sie sich letztlich zu einem schlüssigen Bild füllen.


D. Jackermeier: Robin Rhode: Daumenkino an der Wand

Diese Medienanalyse versucht, mit Hilfe verschiedener Erzähltheorien Zugang zu Robin Rhodes Animation „Piano Chair“ zu finden. Dabei stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, dieses und andere Werke des Künstlers mit ihrer Kombination aus Street Art, Performance und Fotographie einem bereits etablierten Genre zuzuordnen.


J. Eisinger: Erzählende Bilder im Comic Asterix?

Hierbei handelt es sich um eine Analyse, inwiefern der Comic Asterix als ein erzählendes Medium klassifiziert werden können. Diese Einordnung soll anhand der Untersuchung verschiedener Erzähltheorien und deren Begriffe angewandt auf einzelne Panels oder Panelgruppen begründet werden.


A. Erhardt: Das Salz der Erzählung

„Das Salz der Erde“ – ein Dokumentarfilm, der durch den Wunsch des Fotografen Sebastião Salgado entstanden ist, seine Fotografien anders als in einer konventionellen Ausstellung zu zeigen, indem er deren Geschichte zusammen mit seinem Sohn und Wim Wenders in einem Film erzählt. „Das Salz der Erzählung“ – eine narratologische Medienanalyse zu diesem Film, die untersuchen will, inwiefern es sich dabei tatsächlich um eine Erzählung handelt, wenn diese von einer oder mehrerer Erzählinstanz(-en) gewürzt wird und wann die Zuschauer das Salz in der Suppe schmecken könnten. Die Analyse des Salzes geht dabei mit einer Synthese literaturwissenschaftlicher Erzähltheorien einher.


T. Weber: Railroading im Computerspiel

„This game series adapts to the choices you make. The story is tailored by how you play.“ So verpsricht das Computerspiel „The Walking Dead Season 1“ gleich in der Anfangssequenz dem Spieler Einfluss auf die Entwicklung der Story des Spiels. Inwieweit dieses  Versprechen eingelöst werden kann, ist die Grundfrage dieser Medienanalyse. Desweiteren soll, unter Berücksichtigung der narratologischen Besonderheiten des Computerspiels, die spielerische Funktion des entweder mehr oder weniger stark ausgeprägten „Auf-Schienen-Setzen“ des Plots (Railroading), anhand des gewählten Beispiels, entschlüsselt werden.


A. Khounani: Die Schlacht am Ulai-Fluss

„Die Schlacht am Ulai-Fluss“ ist die Bezeichnung eines neuassyrischen Palastreliefs, das einen Torbogen im Südpalast Assurbanipals zierte. Die noch erhaltenen Teile des Reliefs zeigen Schlachtengetümmel, in dessen Mitte aufeinanderfolgende und ineinanderübergehende Szenen mit Beitexten den Untergang des feindlichen Herrschers einem modernen Comic vergleichbar darstellen. Es wird untersucht, ob und inwiefern bereits das Layout der Szenen sich in seiner Tiefe, Position und Zeitlichkeit dem erzählten Raum anpasst.


A. Gruda: Zeit und Erinnerung im Film „Memento“

Die Besonderheit von Christopher Nolans Film „Memento“ liegt in seiner Erzählstruktur. Dem Zuschauer werden anscheinend zwei Erzählebenen präsentiert, wobei die erste in Farbbildern rückwärts zu laufen scheint, die zweite in Schwarz-Weiß-Bilder gefasst, bewegt sich vorwärts. Eine Analyse des Films soll versuchen zu klären, inwieweit die Erinnerungen des Protagonisten und seine Interpretation dieser, die Erzählebenen und den zeitlichen Ablauf des Films beeinflussen, ebenso wie der Zuschauer durch den unzuverlässigen Erzähler, der sich selbst nicht mehr trauen kann, auf falsche Fährten gelockt wird. Auch die Polaroid-Fotos, an denen sich die Hauptfigur orientiert, werden dabei zwangsläufig eine zentrale Rolle spielen.


V. Mader: Dri Chinisin: Intermediale Übertragbarkeit der Erzählinstanz?

Ich beschäftige mich mit dem Comic Ein Tag, der zuletzt doch nicht im Sande verlief aus Sascha Hommers grafischem Erzählband Dri Chinesin nach einer gleichnamigen Erzählung von Brigitte Kronauer. Besonders interessiert mich dabei das Moment der Erzählinstanz: inwiefern wird in der grafischen Darstellung eine gedachte narrative „Autorität“ impliziert? Fand eine intemediale Übertragung dieser aus der Vorlage Brigitte Kronauers im Zuge einer Verlagerung des „Expliziten“statt ?


N. Müller: Grand Theft Auto V

Das Videospiel Grand Theft Auto V (kurz GTA V) ist in vielerlei Hinsicht für eine Medienanalyse interessant. Als erstes Spiel der Reihe gibt GTA V dem Spieler die Möglichkeit, zwischen drei Charakteren zu wechseln. Das hat Folgen für die Erzählstruktur. Schließlich ist es möglich, die gleiche Geschichte aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Desweiteren hat der Spieler an einigen Stellen die Möglichlkeit, den weiteren Verlauf der Haupthandlung zu bestimmen.


M. Bierwirth: Heroes

Die US-amerikanische Science-Fiction-Serie „Heroes“ (2006) von Tim Kring erzählt die Geschichte verschiedener Menschen, die unabhängig voneinander entdecken, dass sie übermenschliche Kräfte besitzen. Sie bedient sich dabei nicht nur typischer Motive aus amerikanischen Comicbüchern sondern imitiert auch deren ästhetischen Stil und Erzählweise. Für meine Untersuchungen vor allem relevant sind eine Reihe von Gemälden und Illustrationen, die von der Figur Isaac Mendez gemalt wurden. Er besitzt die Fähigkeit, die Zukunft zu malen und seine Bilder zeigen meist das Schicksal anderer diegetischer Figuren. Ich werde hierbei untersuchen, ob und inwieweit diesen Bildern die Rolle eines unzuverlässigen Erzählers zugeschrieben werden kann.


K. Banerjea: Das Märchen von den drei Brüdern

Geschichten in Geschichten werden oftmals benutzt, um Geschehnisse zu erklären oder der Handlung eine neue Wendung zu geben. Deswegen ist es bei Literaturverfilmungen oft notwendig, diese Einschübe zu übernehmen. Doch was im Text schnell mit ein paar Worten ausgedrückt ist, ist in Bildern oft gar nicht so einfach zu erzählen. Im siebten Harry Potter-Teil lesen die Protagonisten ein Märchen, „Das Märchen von den drei Brüdern“. Diese Geschichte in der Geschichte ist wichtig für die eigentliche Handlung. Während also die Erzählung vorgelesen wird, wird sie im Film gleichzeitig animiert dargestellt. Diese deutlich vom Rest des Films unterscheidbare Sequenz ist mein Analysebeispiel.


B. Gloeckler: Gerhard Richter Telling

Auf der Basis von André Bazins geologischer Zeitlichkeit sollen Gerhard Richters abstrakte Bilder auf ihr Erzählpotential hin untersucht werden. Richters Maltechnik, die sich durch ihre „Vielschichtigkeit“ auszeichnet und als Erinnerungsmalerei bezeichnet werden könnte, eignet sich durch ihre Gleichzeitlichkeiten besonders für eine Untersuchung mit Bazins Ansatz.
Vor dieser Folie soll der Frage nachgegangen werden, ob es ein „malerisches Erzählen/Erinner“ gibt.