audiovisueller Sprechakt

Das Salz der Erde: Der Sprechakt der Erzählung

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits den Versuch unternommen, das Salz der Erzählung des Films „Das Salz der Erde“ mit den Kategorien „Zeit“, „Modus“ und „Stimme“ nach Gérard Genettes literaturwissenschaftlichem Modell zu synthetisieren. Dabei konnte beobachtet werden, dass eine hohe Konzentration des Salzes genau dort auftritt, wo die Bilder innerhalb des „discours“ durch den Akt des Erzählens die „histoire“ sowohl anzeigen als auch aussprechen. So zeigen und sprechen nicht nur die drei Kameramänner, sondern ebenso die Bilder selbst. Das Zeigen und Sprechen von und über Bilder mit der Intention, eine Geschichte zu präsentieren, stellt folglich eine kommunikative Intention dar. Der Sprechakt im Medium des Films wird somit durch bildimmanente Bedingungen konstituiert, die die Bilder selbst als Produkt auf die Produktion eines Subjekts zurückführen lassen. Dadurch konnten zwei wesentliche dem Bild enthaltene Komponenten herausgefiltert werden: sowohl die Dinge, die auf der Linse abgebildet werden, als auch der Blick auf die Dinge vor der Linse, der sie ausbildet. So sind es die Weltanschauungen und Ansichten der drei Kameramänner, die sich durch die filmisch-fotografische Lichtschrift in die Bilder einschreiben, aber die Bilder sind es, die genau das wiederum selbst anzeigen und aussprechen: Continue reading