Erzähler im Film

Das Salz der Erde: Entscheidungen über Entscheidungen

„Wenn ich von etwas begeistert bin und es teilen möchte […],
dann muss ich zuerst herausfinden, wie ich von der Sache,
die ich so toll finde, am besten erzählen kann.“
(Wenders 2014)

Nachdem ich bereits Fragen über Fragen zum Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ als Untersuchungsgegenstand einer narratologischen Medienanalyse gestellt habe, werden nun Entscheidungen über diese Fragen getroffen. In erster Linie sind dies Entscheidungen über die Entscheidung, den Dokumentarfilm als Kommunikationsmedium zu analysieren, dessen spezifische Eigenschaft in der Gestaltung und nicht etwa in dem Realitätsgehalt der Bilder zu suchen ist. Somit ist keine Beschreibung der Beziehung zwischen Film und Realität und der daraus folgenden Infragestellung der Objektivität Ziel dieser Analyse, sondern erklärende Ansätze, wie der Film eine gestaltete Umsetzung von Realität vermitteln kann. Folglich werden Narrativität und nicht-fiktionale Diskurse wie der Dokumentarfilm weder als antonyme noch synonyme Begriffe aufgefasst. Vielmehr wird der Film auf ein mögliches narratives Potenzial im Hinblick auf die Darstellungsstrategien und Gestaltungsmittel der kommunikativen Schicht untersucht. Dadurch wird der Dokumentarfilm als Darstellungs- und Vermittlungsform in Bezug auf das Phänomen Erzählen betrachtet – die Grundlagen und Funktionen des Erzählens hinsichtlich der Aneignung und Vermittlung von Realität. Ich entscheide mich damit für die Frage: Wie wirkt sich der Akt des Erzählens („événement“) auf die Erzählung („discours“) aus, wenn die Bilder des Filmes als Sprechakte betrachtet werden, die nicht nur durch ihre fotografische Qualität Realität abbilden, sondern zugleich über einen fremdbestimmten Blick auf diese Dinge durch eine Erzählinstanz (im Sinne einer Funktion) Realität vermitteln?

Die Spreu vom Weizen trennen
Die Spreu vom Weizen trennen

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