Filmnarratologie

Das Salz der Erde: Die Fokalisierung und Perspektivierung der Erzählung

Nachdem ich mich im letzten Beitrag mit dem Kapitel „Narrative Instanzen“ aus Markus Kuhns Filmnarratologie auseinandergesetzt habe, werde ich nun das darauffolgende Kapitel „Fokalisierung und Perspektivierung“ im Hinblick auf den Film „Das Salz der Erde“ untersuchen. In der vorangehenden Analyse konnte ich bereits beobachten, dass das Äquivalent zu Genettes Kategorie der „Stimme“ in Kuhns Instanzenmodell durch das Nebeneinander visueller und sprachlicher Erzählinstanzen vor und auf der Linse und somit nicht allein durch die Frage „Wer spricht?“ bestimmt werden kann. Daraus ergeben sich komplexe und medienspezifische Beziehungen zwischen Erzähltem und Gezeigtem, Gezeigtem und Gehörtem, Gesehenem und Gesprochenem, Produziertem und Präsentiertem sowie Objektiviertem und Subjektiviertem, die im Folgenden näher bestimmt werden sollen.

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Diegetische Ebenen und Instanzen einer Geschichte in der Geschichte

In meinem letzten Beitrag habe ich die verschiedenen Ebenen, die mein Analysebeispiel hat, allgemein beschrieben. Nun möchte ich versuchen, diese auf eine wissenschaftlichere Weise darzustellen.

Als Grundlage dafür nehme ich den Text von Markus Kuhn, über den wir im Seminar bereits ein wenig gesprochen haben. Mein Plan ist, wenn wir den Text nächste Woche ausführlicher behandeln, auch meine Analyse diesbezüglich weiterzuführen.

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Das Salz der Erde: Die Instanzen der Erzählung

In diesem Beitrag möchte ich mich mit den narrativen Instanzen in Bezug auf das gleichnamige Kapitel in Markus Kuhns Filmnarratologie auseinandersetzen. Im Allgemeinen ist Kuhns Arbeit für diese Analyse von Bedeutung, da sie Genettes Konzept der Erzählinstanzen für den Film neu durchdenkt. Im Besonderen ist die Arbeit für den weiteren Verlauf der Analyse grundlegend, da es sich beim Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ um einen Wahrnehmungsakt innerhalb des Sprechakts der Bilder handelt, der sich wiederum als Erzählakt äußert. Anders als in der Literatur können deshalb die Erzählinstanzen im Film nicht allein durch die Frage „Wer spricht?“ innerhalb der Kategorie der „Stimme“ bestimmt werden. Auch ist das filmische Erzählen nicht nur an personifizierbare (anthropomorphe) Erzähler gebunden, sondern ebenso von bildimmanenten Bedingungen abhängig. Schließlich geht es in diesem Film nicht nur um die Bilder als Produkte eines einzelnen Subjekts, sondern um ihre Produktion und Präsentation, die wiederum ihre Geschichte davor und dahinter anzeigen und aussprechen und sie dadurch selbst zu narrativen Subjekten machen. Um diesen Erzählakt näher bestimmen zu können, muss deshalb auch die Kategorie der Erzählinstanz in den Plural gesetzt werden. Dabei handelt es sich nicht um eine Prämisse, sondern um eine Einsicht (aus transmedialer Perspektive), die sich auch in meinem letzten Beitrag zu erkennen gegeben hat – es geht damit um viel mehr als nur sprachliche Funktionen, um viel mehr als nur einen sprachlichen Erzähler, da die genuin mediale Funktion, durch Subjektivität Identität zu erzeugen, im Vordergrund steht. So differenziert Kuhn die Instanzen in zwei Ausdruckskanäle aus:

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