Heroes

Unzuverlässigkeit in „Heroes“: Fazit

In meinem letzten Beitrag habe ich festgestellt, dass sowohl die Figuren der Serie als auch der Zuschauer durch die Bilder eine falsche Idee davon bekommen, was in der diegetischen Zukunft passieren wird. Nun werde ich auf meine Ausgangsthese zurückkommen und untersuchen, inwieweit die Bilder als unzuverlässiger Erzähler bezeichnet werden können. Continue reading

Fokalisierung in „Heroes“: Was weiß der Maler?

In meinem letzten Beitrag habe ich festgestellt, dass Isaacs Bilder falsch interpretiert werden, weil ihr Inhalt oft nicht eindeutig erkennbar ist. Nun stellt sich die Frage: Woher kommt das? Ist es ein bewusster Täuschungsversuch von Isaac gegenüber anderen diegetischen Figuren? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, bietet sich die Untersuchung einzelner Szenen anhand von Markus Kuhns filmnarratologischen Begriffen an. Continue reading

Semiotische Verwirrungen in „Heroes“

Die Serie „Heroes“ spielt gerne mit den Erwartungen ihrer Zuschauer. In vielen Szenen werden die gemalten Bilder direkt von intradiegetischen Figuren gedeutet, oder ihre ikonische Relation mit der tatsächlichen Situation wird dadurch verstärkt, dass diese Situation direkt im Anschluss gezeigt wird. Die Bilder jedoch, die für die Haupthandlung entscheidend sind, werden meist falsch gedeutet oder verstanden. Dies führt zu Missverständnissen, die aber für das Fortlaufen der Handlung und den Spannungsaufbau entscheidend sind. Continue reading

Prägnante Momente in „Heroes“

In diesem Beitrag werde ich Lessings Definition von Erzählen auf meine Bilder anwenden. Lessing zufolge ist die Grundvoraussetzung dafür, dass erzählt wird, die Darstellung einer zeitlichen Abfolge – also einer Handlung. Da Bilder (im Gegensatz zur Literatur) aber immer nur einen einzigen Augenblick darstellen können, muss dieser „fruchtbar“ oder „prägnant“ sein. Der Betrachter muss aus ihnen die vorangegangene und die folgende Handlung ableiten können. In seiner Schrift Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie schreibt Lessing: „Fruchtbar [ist] was der Einbildungskraft freies Spiel lässt“. Isaacs Bilder bieten viele Möglichkeiten der Interpretation. Ich werde dies an einigen Beispielen verdeutlichen. Continue reading

Handlung und Figuren in „Heroes“

Bevor ich mit meiner Untersuchung nach Lessings Definition von Erzählen fortfahre, werde ich kurz die für meine Analyse relevanten Figuren vorstellen und die Handlung zusammenfassen, die für das Verständnis der gemalten Bilder von Bedeutung ist.

Cast Isaac
Isaac Mendez

Die erste Staffel spielt hauptsächlich in New York, Tokio, Las Vegas und Odessa (Texas), wo sie die Geschichten einzelner „Heroes“ (Ich werde diesen Begriff in Zukunft für die Hauptpersonen der Serie verwenden, die eine besondere Fähigkeit haben – auch wenn sie in der Serie nie direkt als „Helden“ bezeichnet werden) erzählt, die ihre Superkräfte entdecken. Verbunden werden die einzelnen Handlungsstränge durch eine bevorstehende – wie vermutet wird – atomare Explosion, die New York zu zerstören droht. Isaac Mendez, ein drogenabhängiger Künstler aus New York der in der Lage ist, die Zukunft zu malen, zeichnet ein Bild dieser Explosion und versucht nun, sie zu verhindern.

Explosion
Isaac vor seinem gemalten Bild der Explosion

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Erzählebenen in „Heroes“

Wie bereits angekündigt, werde ich mich in meiner Analyse hauptsächlich mit der Frage beschäftigen, ob und inwiefern die gemalten Bilder in der Serie „Heroes“ die Rolle eines unzuverlässigen Erzählers übernehmen.

In der Serie haben wir es (und nicht nur dadurch, dass einzelne Figuren durch die Zeit reisen können) mit vielen verschiedenen Erzählebenen zu tun. Diese können bei einer Analyse durchaus für Verwirrung sorgen. Daher will ich für den Anfang darstellen, auf welchen Ebenen ich die Serie und die Bilder in ihr analysieren werde. Hierfür scheinen mir die Begriffe aus Gèrard Genettes Erzähltheorie hilfreich. Genette nutzt sie, um zu beschreiben, wo der Erzähler der Handlung steht. Er unterscheidet drei Ebenen, die aufeinander aufbauen und so eine Hierarchie bilden:

  • Die extradiegetische Ebene
  • Die (intra-) diegetische Ebene
  • Die metadiegetische Ebene

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Von Superhelden und Zukunftsbildern

Wenn es um die Umwandlung vom Comic zum Film geht, dann sind Superheldencomics sehr beliebt. Sie bieten die nötige Action, Spannung, Bildgewaltigkeit und die Faszination, die außergewöhnliche Fähigkeiten mit sich bringen. Denn wer würde nicht gerne einmal in der Zeit reisen, Gedanken lesen oder fliegen können?

Die US-amerikanische Science-Fiction-Serie „Heroes“ (2006) von Tim Kring hat sich dies zu Nutzen gemacht. Sie erzählt die Geschichte verschiedener Menschen, die unabhängig voneinander entdecken, dass sie übermenschliche Kräfte besitzen. Diese müssen sie lernen zu meistern, um ihre Lieben zu schützen und – wie es für Superhelden üblich ist – die Welt zu retten.

Heroes Wallpaper
Isaac Mendez (2. von rechts) inmitten der anderen „Heroes“ mit einem gemalten Bild eben dieser Szene

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