Markus Kuhn

Dri Chinisin: Das Zwiebelmodell – Zuspitzung des Erzählbegriffs

Schon in meinem letzten Post habe ich eine Art Bestandsaufnahme vorgenommen, und die verschiedenen medienanalytischen Ansätze meiner Comicanalyse zusammengefasst. Inwiefern sich diese für die eingangs gestellte Frage: Nämlich, wie gestaltet sich die intermediale Übertragung der Erzählinstanz vom Medium Literatur ins Medium Comic? -heranziehen lassen, muss unterdessen noch geprüft werden. Für den Moment möchte ich es dabei belassen und verschiedene Erzählbegriffe auf ihre Anwendbarkeit im vorliegenden Comic untersuchen.

Continue reading

Her Morning Elegance: Diegetische Ebenen nach Kuhn

Bevor ich zu einem abschließenden Fazit meiner Medienanalyse komme, möchte ich in diesem Blogpost auf die Filmnarratologie von Markus Kuhn und dessen erzähltheoretisches Modell eingehen. Ausgehend von einer literaturwissenschaftlichen Theorie entwickelte er das Modell weiter, um dieses auf das Medium Film anzuwenden.

Nach dem Modell der narrativen Kommunikationsebenen und Instanzen nach Markus Kuhn (vgl. Kuhn (2013): S. 83)
Nach dem Modell der narrativen Kommunikationsebenen und Instanzen von Markus Kuhn (vgl. Kuhn (2013): S. 83)

Continue reading

Dri Chinisin: Bestandsaufnahme.

Im folgenden Post möchte ich meine bisherige Analyse rekapitulieren, indem ich mich bemühe, die verschiedenen Überlegungen im Hinblick auf die Fragestellung nach der Intermedialität einer Erzählinstanz einzuordnen. Ausgangspunkt meiner Medienanalyse war Irina Rajewskys Intermedialitäts-Begriff, vor dessen Hintergrund ich die bestehende intermediale Beziehung zwischen dem Ursprungsmedium der Erzählung und der Comicadaption herausstellen und den bestehenden Medienkontakt eindeutig verorten konnte.  Continue reading

Fokalisierung bei einer Geschichte in der Geschichte – Ein Problem

Letzte Woche hatte sich mein Post ausgehend vom Text von Markus Kuhn mit den Instanzen im Film beschäftigt. Dabei habe ich versucht, die Trennung von visueller (VEI) und sprachlicher Erzählinstanz (SEI)anzuwenden. In diesem Beitrag möchte ich dementsprechend versuchen, einen weiteren Aspekt, den der Fokalisierung auf mein Beispiel anzuwenden.

Wie viel Information gibt dieses Bild?
Wie viel Information gibt dieses Bild?

Continue reading

Her Morning Elegance: Akustische und optische Reize

Zu Beginn meiner Analyse bin ich von einer Dominanz der Bilder ausgegangen. Gerade durch die starke visuelle Prägung in heutiger Zeit und dem Seminartitel „Erzählen Bilder?“ habe ich zuerst den Fokus auf die Fotoabfolge gelegt. Siegfried Kracauer sagt zur Dominanz der Bilder Folgendes: „Das Medium Film, so scheint es, kann der Musik keine Hauptrolle gestatten und muss daher automatisch ihren Prioritätsanspruch zurückweisen.“ (zitiert nach Rösing (2003): S. 9)

Continue reading

Fokalisierung in „Heroes“: Was weiß der Maler?

In meinem letzten Beitrag habe ich festgestellt, dass Isaacs Bilder falsch interpretiert werden, weil ihr Inhalt oft nicht eindeutig erkennbar ist. Nun stellt sich die Frage: Woher kommt das? Ist es ein bewusster Täuschungsversuch von Isaac gegenüber anderen diegetischen Figuren? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, bietet sich die Untersuchung einzelner Szenen anhand von Markus Kuhns filmnarratologischen Begriffen an. Continue reading

Diegetische Ebenen und Instanzen einer Geschichte in der Geschichte

In meinem letzten Beitrag habe ich die verschiedenen Ebenen, die mein Analysebeispiel hat, allgemein beschrieben. Nun möchte ich versuchen, diese auf eine wissenschaftlichere Weise darzustellen.

Als Grundlage dafür nehme ich den Text von Markus Kuhn, über den wir im Seminar bereits ein wenig gesprochen haben. Mein Plan ist, wenn wir den Text nächste Woche ausführlicher behandeln, auch meine Analyse diesbezüglich weiterzuführen.

Continue reading

Das Salz der Erde: Die Instanzen der Erzählung

In diesem Beitrag möchte ich mich mit den narrativen Instanzen in Bezug auf das gleichnamige Kapitel in Markus Kuhns Filmnarratologie auseinandersetzen. Im Allgemeinen ist Kuhns Arbeit für diese Analyse von Bedeutung, da sie Genettes Konzept der Erzählinstanzen für den Film neu durchdenkt. Im Besonderen ist die Arbeit für den weiteren Verlauf der Analyse grundlegend, da es sich beim Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ um einen Wahrnehmungsakt innerhalb des Sprechakts der Bilder handelt, der sich wiederum als Erzählakt äußert. Anders als in der Literatur können deshalb die Erzählinstanzen im Film nicht allein durch die Frage „Wer spricht?“ innerhalb der Kategorie der „Stimme“ bestimmt werden. Auch ist das filmische Erzählen nicht nur an personifizierbare (anthropomorphe) Erzähler gebunden, sondern ebenso von bildimmanenten Bedingungen abhängig. Schließlich geht es in diesem Film nicht nur um die Bilder als Produkte eines einzelnen Subjekts, sondern um ihre Produktion und Präsentation, die wiederum ihre Geschichte davor und dahinter anzeigen und aussprechen und sie dadurch selbst zu narrativen Subjekten machen. Um diesen Erzählakt näher bestimmen zu können, muss deshalb auch die Kategorie der Erzählinstanz in den Plural gesetzt werden. Dabei handelt es sich nicht um eine Prämisse, sondern um eine Einsicht (aus transmedialer Perspektive), die sich auch in meinem letzten Beitrag zu erkennen gegeben hat – es geht damit um viel mehr als nur sprachliche Funktionen, um viel mehr als nur einen sprachlichen Erzähler, da die genuin mediale Funktion, durch Subjektivität Identität zu erzeugen, im Vordergrund steht. So differenziert Kuhn die Instanzen in zwei Ausdruckskanäle aus:

Continue reading