Prägnanter Augenblick

„Hier steht die ganze Welt Kopf“ – Asterix Fazit

Inwiefern kann der Comic Asterix anhand verschiedener Erzähltheorien als erzählendes Medium eingeordnet werden? Aus den durchgeführten Untersuchungen dieser Analyse kann zusammenfassend festgestellt werden, dass der Comic als Genre auf jeden Fall zu den erzählenden Medien gehört. Einerseits selbstverständlich durch den Text, der zum einen als Erzählerstimme in Infokästen an den Panelrändern zum anderen als direkte Rede einzelner Charaktere fungiert. Andererseits besitzt der bildliche Anteil des Comics sowohl Züge aus bereits etablierten Erzähltheorien als auch seine ganz eigenen Stilmittel, um die Erzähl-Botschaft an den Leser zu übermitteln. Continue reading

„Allzeit bereit“ – Lessings Prägnanter Augenblick im Comic

Gotthold Ephraim Lessing beschreibt in seiner Schrift Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie unter anderem das Phänomen des prägnanten Augenblicks. Die Literatur kann eine laufende Handlung ohne Weiteres wiedergeben, bei der Malerei hingegen, als räumlich abbildende Kunstform, stößt Lessing auf Probleme. Deswegen muss ein Kunstwerk, um erzählen zu können, den prägnanten Augenblick einer Handlung darstellen, aus dem sich sowohl die vorherigen als auch die nachfolgenden Zeitabschnitte ablesen lassen müssen. (vgl. Lessing 2012, S. 115 ff)

Gerade bei Comics, die durch Bildhaftigkeit unter Zuhilfenahme von Schrift erzählen sollen, bietet sich eine Untersuchung mit Lessings Begriff des prägnanten Augenblicks an. Bereits wenn man bei jedem beliebigen Band aus der Reihe Asterix die erste Seite, den sogenannten Schmutztitel, aufschlägt, präsentiert sich das erste Bild dieses prägnanten Augenblicks (siehe Bild 1). Continue reading