Subjektivität

Das Salz der Erde: Die Medialität und Subjektivität der Erzählung

Vom kleinen Salzkorn zum großem Ganzen

„Das Salz der Erde“ – ein Dokumentarfilm, der durch die Idee des Fotografen Sebastião Salgado entstanden ist, seine Fotografien anders als in einer konventionellen Ausstellung zusammen mit Wim Wenders und seinem Sohn zu präsentieren, um den Blick auf und durch die Geschichte vor der Linse zu rekonstruieren. „Das Salz der Erzählung“ – eine narratologische Medienanalyse, die durch den Wunsch entstanden ist, diesen Film zum Untersuchungsgegenstand zu machen, indem die potenzielle Erzählung des Films auf seine Salzkonzentration befragt wird. Die Analyse konzentrierte sich dabei vorwiegend auf diejenigen Instanzen, die für die Würze des Films verantwortlich sein könnten und ging folglich mit einer Synthese literaturwissenschaftlicher Erzähltheorien einher. So wurden nur diejenigen Salzkörner betrachtet, die den Film narrativ machen könnten, weil sie durch Erzählinstanzen vermittelt sind. Das Ziel dieser Kostproben bestand darin, medienkulturwissenschaftlich zu erklären, wie der Film einen Blick durch das Medium der Fotografie hindurch erzeugt, der den Rezipienten die Bilder als filmische Bilder im Bild und damit unauflöslich verbunden die Erzählung als filmische Erzählung von Erzählinstanzen betrachten lässt. Im Folgenden wird auf einen Blick dieser Blick in einem Fazit festgehalten. Continue reading

Das Salz der Erde: Die Zeit, der Modus und die Stimme der Erzählung

In einem ersten Schritt der Analyse habe ich bereits die drei Aspekte des Narrativen nach Gérard Genettes in „Die Erzählung“ entwickeltem Modell auf den Gegenstand des Dokumentarfilms übertragen. Nun gilt es, auf die komplexen Beziehungen unter den narrativen Schichten „discours“, „histoire“ und „événement“ bzw. „acte“ durch drei weitere Bestimmungen zu stoßen, um folglich den Darstellungsstrategien und Gestaltungsmitteln der kommunikativen Schicht des Films näherzukommen. Die Analyse soll dabei vorwiegend den Blick auf und durch die Bilder hindurch und damit den Einfluss des performativen Aspekts des Erzählens auf den „discours“ als materielle Ausdruckssubstanz systematisch erfassen, darf aber die „histoire“ als Geschichte vor der Linse – die (potenziell) transmediale Tiefenstruktur – nicht aus den Augen verlieren. Durch eine Bestimmung der medienspezifischen Probleme auf der Ebene der Zeit, der Darstellungsweisen und der Kommunikationssituation soll der Film im literaturwissenschaftlichen Modell gespiegelt werden, um vor diesem Spiegel Merkmale des Gegenstandes deutlicher hervortreten zu lassen. Schließlich fällt der Untersuchungsbereich einer narrativen Analyse nach Genette auf die Wechselbeziehungen der narrativen Aussage, des narrativen Inhalts und des narrativen Akts. Die drei weiteren Untersuchungsinstrumentarien „Zeit“, „Modus“ und „Stimme“ entstehen folglich durch Relationen der Erzählebenen zueinander und können damit nicht unabhängig von diesen beschrieben werden.

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