Wo bin ich hier?

Auf diesem gemeinsamen Blog präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars Erzählen Bilder? ihre laufenden Überlegungen zur transmedialen Narratologie und Projekte zu Medienanalysen über erzählende Bilder. Die hier notierten Gedanken sind daher oft eher vorläufige Diskussionsvorschläge als abschließende Meinungen; gerade in diesem Sinne sind alle interessierten Leserinnen und Leser zur Diskussion herzlich eingeladen: Kritik, Verbesserungsvorschläge, Einwände und Hinweise sind gleichermaßen willkommen.

Das gleichnamige Seminar am Institut für Medienkulturwissenschaft der Universität Freiburg behandelt die Frage nach erzählenden Bildern als Ausgangspunkt für aktuelle Debatten zur transmedialen Narratologie, zur Mediengeschichte, sowie zu Medienanalysen über Comics, Photographie, Malerei, Skulptur, Film, Fernsehen, Computerspiele und weitere Bildmedien, die womöglich erzählen — oder auch nicht. Dabei gilt es, die Frage einerseits systematisch präzise zu begreifen, andererseits für historische Differenzen sensibel zu bleiben, die das Verhältnis beider Techniken verschieden bestimmen können.

Denn ob Bilder erzählen können; ob sie es vermeiden können, zu erzählen; und was sie tun, sofern sie nicht erzählen, ist eine zentrale Frage der Medienwissenschaft, die eine ganze Reihe systematischer und historischer Themen berührt. So spielt sie in der Paragone der Künste ebenso eine zentrale Rolle wie in der aufklärerischen Auseinandersetzung mit der Rhetorik oder aktuellen Debatten um die Wechselverhältnisse zwischen den Medien. Ebenso werden darüber wesentliche Probleme der jüngsten Transmedialitätsdebatten verhandelt. Der immer wieder zitierten Laokoon-These Lessings, wonach Bilder zur Darstellung, aber allein Sprache zur Erzählung in einem ›bequemen Verhältnis‹ stehe, antworten in der Bilderflut des 20. Jahrhunderts und dem narrative turn der Kognitionstheorie unzählige ausgesprochen unbequeme Medienformate: Filme, Comics und Computerspiele öffnen einigen Theorien erst das Tor, um dann auch Portraits und Landschaftsmalerei auf ihre narrative Dimension zu prüfen.